Rettungspunkte

Rettungspunkte bieten Hilfe auf Wanderwegen

2012-10-23T16:58:00+0200

 Rettungspunkt Brachthausen West überarbeitet Rettungspunkt Brachthausen West II überarbeitet

Diese Wegweiser auf allen Wanderwegen dienen nun im Notfall als Orientierungspunkte.

Eine plötzliche Ohnmacht im Wald. Eine Herzattacke nach einem pulstreibenden Anstieg, ein Kind, das einen Abhang herunterrutscht oder ein schwerer Sturz vom Fahrrad – Notfälle und Unfälle passieren auch beim Wandern und Mountainbiken. Schnellstmögliche Hilfe ist dann gefragt. Doch wohin soll man unter Stress per Handy den Rettungsdienst bestellen, wenn man den eigenen Standort nicht oder nur annähernd beschreiben kann?

Eine plötzliche Ohnmacht im Wald. Eine Herzattacke nach einem pulstreibenden Anstieg, ein Kind, das einen Abhang herunterrutscht oder ein schwerer Sturz vom Fahrrad – Notfälle und Unfälle passieren auch beim Wandern und Mountainbiken. Schnellstmögliche Hilfe ist dann gefragt. Doch wohin soll man unter Stress per Handy den Rettungsdienst bestellen, wenn man den eigenen Standort nicht oder nur annähernd beschreiben kann?

Die richtige Antwort auf diese mitunter lebensentscheidende Frage geben im Sauerland und der Ferienregion ab sofort die Wegweiser an den Wanderwegekreuzungen. Auf allen 1200 bzw. 356 Stück wurden einheitliche grünweiße Hinweisplaketten mit den genauen Standortkoordinaten angebracht.

Auf den Schildern zu lesen: die Nummer des Notrufs und eine Kennziffer-Kombination aus Buchstaben und Zahlen. Stehen die Buchstaben für den Landkreis (OE, HSK, MK, SO, SI), geben die Zahlen den Koordinatenwert des sogenannten UTM-Systems an. Jeder Pfosten verfügt so über eine unverwechselbare Kennziffer, die in Leitstellen der Rettungsdienste sofort zugeordnet und angesteuert werden kann.

Eine Maßnahme, die auf einer gemeinsamen Initiative der Wanderwerkstatt Sauerland, des SGV, des Expertenteams Wandern, der Rettungsleitstellen des Kreises Olpe und des Hochsauerlandkreises sowie des Landesbetriebs Wald und Holz NRW fußt. Flächendeckend umgesetzt wurde sie bis dato am Rothaarsteig, in Drolshagen sowie in Schmallenberg und Eslohe. Dazu Tourismusmanager Hubertus Schmidt: „Wir freuen uns sehr, dass diese wertvolle, Sicherheit schenkende Maßnahme dank des tatkräftigen Engagements unserer örtlichen Verkehrsvereine und des SGV in unserer Region schnell umgesetzt werden konnte. Dahinter stecken einmal mehr viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen werden. Dafür ein riesengroßes Dankeschön.“

Quelle: derWesten.de

Das neue Rettungspunkte-Konzept für Wald- und Wanderwege in NRW
Der Gemeindewaldbesitzerverband NRW, die Arbeitsgemeinschaft der großstädtischen Kommunalforstbetriebe sowie der Verband der Feuerwehren in NRW (VdF NRW) haben jetzt ein Rettungspunkte- Konzept für die Wälder in Nordrhein-Westfalen vorgestellt, das es Rettungskräften ermöglicht, schnellstmöglich den Einsatzort im Wald zu erreichen.

rotes Schild Rettungspunkt Hagen

Die NRW-Ministerien für Inneres und Kommunales sowie für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz stehen dieser Initiative aufgeschlossen gegenüber und begrüßen jeden Schritt, der zur Sicherheit der Menschen in NRW beiträgt.

Immer wieder Probleme bei Ortung im Wald

„Bei Unfällen von Waldarbeitern, Joggern, Nordic-Walkern oder Mountainbikern kommt es im Wald immer wieder zu Problemen bei der Ortung und möglichst schnellen Hilfeleistung für Personen in Notsituationen“, erläutert Martin Gust, Leiter der Leitstelle der Berufsfeuerwehr Hagen, den Hintergrund des Konzeptes. Lokale Lösungsansätze fest definierter Waldrettungspunkte gebe es zwar bereits in einzelnen Städten, so z. B. in Köln, Aachen und Hagen. Da ein Notruf per Mobiltelefon allerdings an vielen Stadt- und Kreisgrenzen mit Leitstellen verbunden werde, deren Einsatzleitrechner die digital verorteten Rettungspunkte der Nachbarkommunen häufig nicht identifizieren könnten, würden die zuständigen Rettungskräfte nicht immer auf schnellstem Wege zum Einsatzort geleitet werden.

Einheitliche Schilder für mehr Sicherheit

„Aus diesem Grund haben Forstbeamte und Feuerwehrleute der Stadt Hagen gemeinsam ein einfaches, kostengünstiges und sicheres Verfahren entwickelt, welches landesweit von Rettungskräften der Feuerwehr und der Polizei eingesetzt werden könnte“, so Gust. Mithilfe einheitlicher Schilder, deren Waldstandorte in den Einsatzleitrechnern und Kartensystemen von Feuerwehr und Polizei digital erfasst werden, können in Not geratene Personen die Einsatzadresse im Wald einfach und sicher melden, ohne selbst über Ortskenntnis zu verfügen. Die Rettungskräfte wiederum können in diesem Fall den Einsatzort im Wald durch den vorab im Einsatzleitrechner festgelegten optimalen Anfahrtsweg auf schnellstem Wege erreichen.

„Schnelle Hilfe in Notlagen ist der Garant für lebensrettende Maßnahmen“

Das Konzept wurde in den einschlägigen Fachgremien der kommunalen und staatlichen Forstverwaltungen sowie der Feuerwehren NRW´s vorgestellt und von diesen zur landesweiten Umsetzung empfohlen. Sie werben nun in den Städten und Gemeinden des Landes dafür, das Rettungspunkte-Konzept flächendeckend einzuführen. „Schnelle Hilfe in Notlagen ist der Garant für lebensrettende Maßnahmen und gibt Menschen ein Gefühl der Sicherheit. Das vorgeschlagene Konzept ermöglicht eine einheitlich schnelle und ortungssichere Hilfe. Es wäre schön, wenn diese Idee eine weite Verbreitung findet“, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger. NRW-Umweltminister Johannes Remmel ergänzte: „Das Rettungspunkte-Konzept der Stadt Hagen ist vorbildhaft und sollte Grundlage für ähnliche Vorhaben in Nordrhein-Westfalen sein. Bei der Erarbeitung und Einführung ähnlicher Projekte werden wir die NRW-Kommunen beraten und begleiten. Denn so ein Rettungspunkte-Konzept kann im Ernstfall Menschenleben retten.“

Quelle: Verband der Feuerwehren in NRW e. V.

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