Spezialzug lud zum Üben ein (Update 16.11.12)

Spezialzug lud zum Üben ein

Grevenbrück. Die Deutsche Bahn transportiert täglich tausende Tonnen Gefahrgut über das Gleisnetz. Dies nicht nur im Bereich der Großstädte und Industrieparks, auch auf der Ruhr-Sieg-Strecke sind immer wieder Güterzüge mit Gefahrgütern unterwegs. Obwohl – oder gerade weil? – der Schienenverkehr als sicherstes Verkehrsmittel für Gefahrgüter gilt, reist die Deutsche Bahn mit einem Gefahrgut-Übungszug durch Deutschland und informiert gezielt die Feuerwehren vor Ort über die Gefahren bei Gefahrgutunfällen im Gleisbereich. Auch im Kreis Olpe machte dieser “Übungszug” nun Halt.

sz – Auf einem Abstellgleis im Grevenbrücker Bahnhof hatten die Feuerwehren aus dem Kreis Olpe an drei Tagen die Möglichkeit zur Information und zum Üben unter realen Bedingungen. Den Auftakt machte hierbei der Umweltzug der Feuerwehr der Stadt Lennestadt.

Gefahren abwehren

Zunächst wurden die Einsatzkräfte durch Angestellte der Bahn über den Transport von Gefahrgut auf der Schiene informiert. Im Vergleich zur Straße werden auf der Schiene weitaus größere Mengen transportiert. Dadurch besteht im Falle eines Unfalls eine besonders große Gefahr. Zudem wurde auf die Besonderheiten im Schienenverkehr und -transport eingegangen. Die Bahn nutzt mit dem Übungszug die Chance, die Feuerwehren vor Ort zu informieren, damit diese im Unglücksfall richtig handeln und mögliche Gefahren gezielt abwehren können.

Die Einsatzkräfte wurden auf die verschiedenen Ventilarten an Kesselwagen eingewiesen, die Funktion dieser Ventile und Anschlüsse wurde praxisnah an einem speziellen Kesselwagen erklärt und vorgeführt. Auch das Verhalten bei einem verunfallten Kesselwagen im Gleisbereich wurde durchgesprochen und die möglichen Vorgehensweisen seitens der Bahn erklärt.

Leckagen abgedichtet

Im Anschluss bestand die Möglichkeit, das bisher Erlernte und in der Theorie Angenommene in der Praxis anzuwenden. An einem mit Leckagen versehenen speziellen Übungskesselwagen trainierten die Einsatzkräfte die verschiedenen Abdichtungsmethoden und -techniken. Mit Wasser wurden auslaufende Gefahrstoffe simuliert, der Feuerwehr gelang es, diese Leckagen mit eigenen Mitteln abzudichten. Neben dem Umweltzug der Feuerwehr Lennestadt hatten auch die Feuerwehren aus Finnentrop und Kirchhundem die Möglichkeit, am Gefahrgut-Übungszug der Deutschen Bahn zu üben. Damit wurde allen Feuerwehren aus dem Kreis Olpe, die ihren Einsatzbereich an der Ruhr-Sieg-Strecke haben, die Chance für diese einmalige Übungsmöglichkeit seitens der Deutschen Bahn gegeben. Der Umweltzug der Feuerwehr Lennestadt, auch Umweltzug Lenne, besteht aus den Feuerwehren Grevenbrück, Elspe, Oberelspe und Bilstein.E r ist zuständig für die Bereiche Lennestadt, Finnentrop und Kirchhundem. Bei größeren Gefahrgutunfällen unterstützt er die örtlichen Feuerwehren mit speziellem Gerät und speziell geschultem Personal. Für den Bereich Olpe, Attendorn, Wenden und Drolshagen ist der Umweltzug Bigge zuständig. Auch die Löschgruppen Kirchhundem, Hofolpe und Welschen Ennest haben an diesem Übungszug geübt und viele Erkenntnisse mit in Ihren Standort genommen.

Quelle: Siegener Zeitung

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